Die Staufer

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ie Staufer im Heiligen Land
Die Staufer früher gelegentlich auch Hohenstaufen genannt waren ein Adelsgeschlecht, das vom 11. bis zum 13. Jahrhundert mehrere schwäbische Herzöge und römisch-deutsche Könige und Kaiser hervorbrachte. Der nicht zeitgenössische Name Staufer leitet sich von der Burg Hohenstaufen auf dem am Nordrand der Schwäbischen Alb bei Göppingen gelegenen Berg Hohenstaufen ab. Die bedeutendsten Herrscher aus dem Adelsgeschlecht der Staufer waren Friedrich I. (Barbarossa), Heinrich VI. und Friedrich II.

Friedrich Barbarossa
Friedrich Barbarossa begleitete 1147 seinen Onkel, den Stauferkönig Konrad III., bei dessen Teilnahme am 2. Kreuzzug, der ohne Erfolge endete. Nach dem Tod seines Onkels trat Friedrich 1152 dessen Nachfolge als deutscher König an. 1155 folgte die Kaiserkrönung.

Mit fast 70 Jahren beschloß Friedrich das Kreuz zu nehmen, um das 1187 an Sultan Saladin verlorene Jerusalem wieder für die Christenheit zu gewinnen. 1189 verließ das Heer Regensburg, um auf dem Landweg bis in die Heiligen Ländern vorzustoßen.

Doch der deutsche Zug über tausende Meilen zu Land endete tragisch. Die Geschichte vom folgenschweren Tod Kaiser Barbarossa in den Fluten des Saleph war eine Zäsur für das deutsche Heer und bedeutete im Prinzip dessen Ende. Nachdem auch sein Sohn Friedrich gestorben war, kehrten die wenigen überlebenden deutschen Kreuzfahrer heim. Der Großteil musste jedoch für den Traum der Eroberung Jerusalems sein Leben lassen.

Heinrich VI.
Sein Sohn Heinrich folgte ihm 1190 auf den Thron. Mit Heinrich VI. gewannen die Staufer einen würdigen Nachfolger Barbarossas, der kluge und weit ausgreifende Pläne entwickelte. Interessant wäre es, den Gedanken weiterzuverfolgen und zu überlegen, was passiert wäre, wenn ihn nicht der Tod mit zweiunddreißig Jahren ereilt hätte. Man kann mutmaßen, dass die Entwicklung des Deutschen Reiches komplett anders verlaufen wäre und sich früh ein ähnlicher Einheitsstaat wie in England und Frankreich gebildet hätte. Er starb 1197 unter unklaren Umständen.

Friedrich II.
Da Friedrich bei Heinrichs Tod erst 2 Jahre alt war, geriet das Reich erneut in den alten Streit zwischen Staufern und Welfen. Erst mit Friedrichs Krönung zum deutschen König 1216, konnten wieder stabile Verhältnisse hergestellt werden.

Nach Festigung seiner Macht und unter dem Druck der Kirche befasste sich Friedrich auch wieder mit Jerusalem. Auf dem Verhandlungsweg gelang mit dem Vertrag von Jaffa am 11. Februar 1229 eine Einigung mit dem Sultan. Ein zehnjähriger Waffenstillstand wurde geschlossen. Mit dem Gewinn von Jerusalem, Bethlehem und Nazareth kann dieser Vertrag als großer Erfolg gesehen werden, doch die Kirche erkannte diese Leistungen nicht an und lockerte die erfolgte Exkommunikation gegenüber Friedrich nicht.
Als Staunen der Welt, wie er zeitgenössisch bezeichnet wurde, gibt Friedrich noch heute viele Rätsel.

Die letzten Staufer:
Nach dem Tode Friedrichs II. im Jahre 1250 brach die staufische Machtstellung zusammen, zuerst in Deutschland, wenig später auch in Italien. 1251 zog Konrad IV. nach Italien, wo er 1254 starb. In Sizilien konnte sein Halbbruder Manfred noch bis zur Schlacht bei Benevent 1266 das staufische Königtum sichern. Konradin, Sohn Konrads IV. und der letzte männliche Staufer in direkter Linie, erlitt in der Schlacht bei Tagliacozzo am 23. August 1268 eine vernichtende Niederlage gegen die Ritter Karls von Anjou. Er wurde am 29. Oktober 1268 im Alter von 16 Jahren auf Befehl Karls von Anjou auf der Piazza del Mercato in Neapel öffentlich hingerichtet.

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