Die Kreuzzüge

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chon lange beschäftigte mich die Idee ein Buch über die mittelalterliche Welt zu verfassen und dabei den deutschen Kreuzzug näher zu beleuchten.

Die Epoche des dritten Kreuzzugs kann sicher als einer der Höhepunkte des Mittelalters bezeichnet werden. Große Personen, deren Namen auch heute noch geläufig sind, prägten diese Zeit des Aufbruchs und Erwachens der europäischen Welt. Richard Löwenherz, Friedrich Barbarossa und Saladin stehen für eine kurze Epoche des höfischen Glanzes und des Zusammentreffens verschiedener Kulturen in einer stürmischen Zeit. Die Kreuzzüge brachten am Schluss jedoch keinen Gewinn und unzählige Menschen starben beim Versuch, das Heilige Land für die Christenheit zu gewinnen.

Die Christen konnten sich nach dem dritten Kreuzzug noch etwa hundert weitere Jahre im Heiligen Land halten, bis 1291 Akkon als letzte christliche Bastion fiel. Dennoch verhalfen die Züge Europa zum Zugang zu Wissen und Fertigkeiten, die im Orient bereits seit Langem vorhanden waren.

Mein schwäbischer Held Leonhardt aus Zusameck ist hierbei eine fiktive Figur, die aber in dieser Form sicher öfter vorgekommen ist, da die zweitgeborenen Söhne sich ein eigenes Auskommen suchen mussten. Die Kreuzzüge müssen hierbei eine große Chance geboten haben, da sich hier der Glaube an die Erlösung von allen Sünden mit der Hoffnung auf Ruhm und Profit gekreuzt haben.

Nach der verheerenden Niederlage von Hattin 1187 waren die christlichen Kreuzfahrerstaaten auf nur noch wenige Gebiete und Städte an der Küste reduziert. Jerusalem, in dem bis dahin fast hundert Jahre christliche Könige herrschten, war verloren. Zudem raubten die Sarazenen das Wahre Kreuz Christi. Wie tief diese Verluste das Abendland getroffen haben, kann man daran ermessen, mit welchem Aufwand der folgende dritte Kreuzzug geplant wurde.

Kreuzzug der Könige wurde er genannt.

Die führenden Herrscher Europas wie der englische König Richard Löwenherz und Philipp von Frankreich machten sich zur See auf, um dieses Unglück wieder gut zu machen. Der größte Herrscher der Christenheit, der Staufer Friedrich Barbarossa, wählte den Landweg, um neben den Ländereien auch die wichtigste Reliquie, das Wahre Kreuz Christi, zurückzuerobern. Der Legende nach wurde diese im Jahr 1099 wiedergefunden und war die Gewähr dafür, dass die christlichen Heere hundert Jahre im Kampf gegen die Moslems unbesiegt blieben.

Doch der deutsche Zug über tausende Meilen zu Land endete tragisch. Die Geschichte vom folgenschweren Tod Kaiser Barbarossas in den Fluten des Saleph war eine Zäsur für das deutsche Heer und bedeutete im Prinzip dessen Ende. Nachdem auch sein Sohn Friedrich gestorben war, kehrten die wenigen überlebenden deutschen Kreuzfahrer heim. Der Großteil musste jedoch für den Traum der Eroberung Jerusalems sein Leben lassen.

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